Vor dem Halbfinalspiel der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft zwischen England und Argentinien gab Conte ein exklusives Interview mit „La Gazzetta dello Sport“. Im ersten Teil des Interviews sprach er über seine Ansichten zu Harry Kane, Messi, Lautaro und anderen. Verwandter Link: [Conte: Über Formationen im Fußball zu diskutieren ist bedeutungslos; Italien verpasst 3 FIFA Weltmeisterschaften ist ein beschämender Rekord]

Beginnen wir mit England gegen Argentinien. Wie sehen Sie den Verlauf dieses Spiels?

Es ist wirklich schwer, den Sieger vorherzusagen; es ist ein 50/50-Spiel. England ist stark, mit Elliott-Anderson, der das Mittelfeld perfekt ausbalanciert. Wenn Tuchel den Angriff verstärken will, zieht er Bellingham zurück, wodurch Eze oder Morgan-Rogers in den offensiven Mittelfeldbereich vorstoßen können.

Argentinien hingegen ist ein widerstandsfähiges Team und die spielfreudigste Nationalmannschaft dieser FIFA Fußball-Weltmeisterschaft. Der von Scaloni aufgebaute Kader hat eine extrem starke Kohäsion: Er vertraut konsequent Messis erfahrenen Veteranen. Diese Spielergruppe stellt das Nationalmannschaftstrikot und ihre Freundschaft mit Messi über persönliche Ambitionen. Dieses Team besitzt eine seltene menschliche Note und hat eine unvergleichliche Chemie entwickelt, mit einem unnachgiebigen Kampfgeist im Kern.

Haben Sie erwartet, dass Messi immer noch so atemberaubende Leistungen abliefert?

Er hat wieder einmal alle Erwartungen übertroffen. Mit 39 Jahren noch in einem solch wettbewerbsfähigen Zustand zu sein, zeugt von seiner ultimativen Professionalität und seinem Siegeswillen. Er besitzt eine außergewöhnliche Spielübersicht, antizipiert stets Situationen und findet die vernünftigste Positionierung.

Sie haben Harry Kane bei Tottenham trainiert; erzählen Sie mir von ihm.

Er ist ein Top-Neuner und besitzt auch die Fähigkeiten eines Zehners: Er kann die Läufe seiner Mitspieler lesen, sich bei Bedarf zurückfallen lassen, um Angriffe zu organisieren und zu orchestrieren, und seine technische Grundlage gilt als erstklassig. Es war unfair, dass er zuvor keine Titel gewann; jetzt bei Bayern München hat er endlich die verdienten Belohnungen geerntet.

Er könnte England sogar dazu führen, ihren Traum zu verwirklichen. Harry Kane hat seinen eigenen Führungsstil; er ist nicht sehr gesprächig, aber alle seine Handlungen spiegeln sich im Spiel wider. Die Mitspieler sind bereit, sich auf ihn zu verlassen, und er wird sie niemals enttäuschen.

Sie haben Inter Mailand zwei Jahre lang trainiert, und Lautaro war Ihr Spieler. Was hat Sie an ihm am meisten beeindruckt?

Er hat sich kontinuierlich verbessert und besitzt eine einzigartige Persönlichkeit und Führungs-Aura. Inter Mailand ohne Lautaro ist wie zwei völlig verschiedene Teams; seine Präsenz kann den Verlauf eines Spiels komplett verändern. Beim dritten Tor Argentiniens gegen Ägypten blieb Lautaros Spiel weitgehend unbemerkt, war aber atemberaubend: Er verfolgte den Ball zurück, um ihn abzuschirmen, schuf so viel Platz für Enzos Lauf und lieferte dann eine perfekte Flanke. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Mittelstürmer eine solche Kombination vollendet.

Darüber hinaus haben sowohl Lautaro als auch Alvarez eines erkannt: selbst wenn sie nur für ein paar Minuten als Einwechselspieler zum Einsatz kommen, können sie eine entscheidende Rolle spielen. Beide haben persönliche Interessen beiseitegelegt und sich den Gesamtarrangements des Teams untergeordnet. Diese Art von Denkweise ist selten, und Scaloni verdient Anerkennung dafür, dass er beide Stürmer erfolgreich überzeugt hat.

Erweitern wir das Thema: In welche Richtung entwickelt sich der Fußball nach dieser FIFA Weltmeisterschaft?

Fußball ist vollständig globalisiert. Heutzutage ist keine Mannschaft taktisch unvorbereitet; alle Teams verfügen über ausgereifte Abwehrsysteme. In der Vergangenheit hatten afrikanische Nationalmannschaften zwar talentierte Spieler, aber häufige Fehler in der Abwehrkette und ein Ungleichgewicht zwischen Angriff und Verteidigung machten es den Gegnern leicht, Durchbrüche zu finden. Jetzt ist es unglaublich schwierig, gegen jedes Team zu spielen, mit fast keinem verbleibenden Angriffsraum auf dem Feld.

Diese FIFA Weltmeisterschaft wurde als „Jahr der tief stehenden Verteidigung“ bezeichnet. Überrascht es Sie, dass viele Nationalmannschaften diese Taktik anwenden?

Überhaupt nicht, im Gegenteil, ich begrüße es sogar. Damit jedes Team sein volles Potenzial ausschöpfen kann, muss es seine eigene Identität verstehen und einen geeigneten Spielstil finden. Das taktische Niveau der Teams weltweit hat sich erheblich verbessert. Ein Punkt zur Klärung: Tiefe Abwehr ist nicht nur schwächeren Teams vorbehalten; alle starken Teams müssen diese Taktik beherrschen. Es ist eine obligatorische Lektion für den Sieg, ohne Raum für Verhandlungen.

Der Schlüssel liegt darin, während eines Spiels flexibel zwischen Offensiv- und Defensivhaltungen zu wechseln und die Situation in jeder Phase zu verstehen. Zum Beispiel im Spiel Norwegens gegen England: In den ersten 30 Minuten gab Norwegen bewusst den Ballbesitz auf. Sogar Haaland wies alle seine Mitspieler an, sich zurückzuziehen und auf Konterchancen zu warten. Als England Ballbesitz hatte, presste Norwegen nicht hoch; ihr Hauptziel war es, alle Passwege zu blockieren und defensive Lücken zu schließen.

Danach wechselte Norwegen die Taktik und erzielte fast in letzter Minute den Siegtreffer. England wurde völlig überrascht. Nach dem Ballgewinn hatte Norwegen Chancen, ihre Führung auszubauen. Hätte Sørloth den Ball an Haaland abgegeben, wäre England komplett zusammengebrochen.

Übersetzt von KI.

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