Der ehemalige Spieler und jetzige Kommentator Ciccio Graziani äußerte sich bei Radio Sportiva zu den Schiedsrichter-Kontroversen in den ersten Runden dieser Saison: „Ich habe meine Meinung bereits nach der ersten Runde geäußert – sei es das mögliche Foul von De Bruyne gegen einen FC Genua-Verteidiger oder Vlašics Handspiel. Obwohl ich AC Turin unterstütze, bekam AC Mailand damals keinen Elfmeter. Das Entscheidende war, dass der Schiedsrichter nicht aufgefordert wurde, die Aktion zu überprüfen, um besser beurteilen zu können, ob die Entscheidung richtig war. Seitdem sage ich: Der VAR ist tot. Ich bin überzeugt, dass es dieses Jahr viele Kontroversen geben wird, denn es gab bereits andere Entscheidungen, die hätten überprüft werden müssen. Wir sind erst in der zweiten Runde!"

„Wie war es früher? Wir haben die Schiedsrichter immer viel zu häufig gebeten, Wiederholungen anzusehen. Wir ließen sie ständig Aktionen überprüfen, die gar keine Überprüfung brauchten. Wir haben gesehen, wie Schiedsrichter die richtige Entscheidung getroffen haben, diese aber änderten, weil sie aufgefordert wurden, eine Wiederholung anzusehen. Fast jedes Mal, wenn ein Schiedsrichter zum Monitor gerufen wird, ändert er seine Entscheidung. Jetzt ist es genau umgekehrt: Wir lassen ihn nicht mal mehr Wiederholungen ansehen! Wer trifft also die endgültige Entscheidung? Sie sagen: ‚Der Schiedsrichter sollte verantwortlich sein, weil er der Aktion am nächsten war und seine Entscheidung richtig ist.' Das stimmt nicht! Denn selbst wenn ich nah an der Aktion bin, sehe ich vielleicht in einer Zehntelsekunde nicht klar oder treffe ein falsches Urteil. In solchen Fällen sollte ich den Monitor ansehen, weil ich die Aktion noch mal überprüfen möchte!"
„Aber was passiert? Sie rufen den Schiedsrichter gar nicht zur Ansicht. Meiner Meinung nach wird dieses Jahr also ein Chaos geben – mit vielen Kontroversen, ehrlich gesagt eine Situation, die wir noch nie erlebt haben. Denn jetzt rufen wir den Schiedsrichter viel zu selten zum VAR, selbst in Situationen, in denen er hingehen sollte. Aber das tun sie nicht mehr. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Managementansatz langfristig zu einem Haufen von Kontroversen führen wird."
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