Laut Bild treiben derzeit mehrere Bundesliga- und 2. Bundesliga-Vereine in Deutschland groß angelegte Infrastrukturentwicklungspläne voran, die Stadionerweiterungen, die Modernisierung von Trainingseinrichtungen und den Bau neuer Stadien umfassen. Darunter planen oder realisieren Eintracht Frankfurt, 1. FC Köln, Hamburger SV, Union Berlin, Schalke 04 und andere Vereine Erweiterungsprojekte, während Bayern München trotz extrem hoher Nachfrage für ihr Heimstadion die Kapazität der Allianz Arena derzeit nicht erhöhen kann.

Die Allianz Arena des FC Bayern hat derzeit eine Kapazität von 75.000 Plätzen, doch die Ticketnachfrage des Vereins übersteigt die vorhandene Kapazität deutlich. Vor Beginn der neuen Saison waren bereits alle Heimspiele des FC Bayern ausverkauft, und für das mit Spannung erwartete Spiel gegen Dortmund gingen sogar fast 350.000 Ticketanfragen ein. Da die von der Stadt München genehmigte maximale Kapazität derzeit 75.000 Plätze beträgt, kann der FC Bayern die Allianz Arena vorerst nicht erweitern.
Parallel dazu wird beim FC Bayern das Trainingsgelände an der Säbener Straße großflächig saniert. Das ursprünglich auf rund 150 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt zur Erweiterung des Trainingszentrums wurde vorübergehend bis 2025 ausgesetzt, doch seit Mai dieses Jahres werden die Bauarbeiten im Profibereich fortgesetzt, darunter die Erweiterung von Umkleidekabinen, Duschbereichen, Kraft- und Physiotherapiebereichen sowie die Modernisierung der Leistungsdiagnostik-Einrichtungen. Der Verein baut außerdem neue Trainingsplätze, Aufwärmbereiche und spezielle Torwart-Trainingsplätze. Die erste Mannschaft trainiert derzeit in einer Umgebung, die einer großen Baustelle gleicht.
Eintracht Frankfurt prüft die nächste Phase seines Stadionausbauplans. Der Verein evaluiert die Möglichkeit, eine dritte Tribünenreihe hinzuzufügen oder ein brandneues Stadion zu bauen, das bis zu 80.000 Zuschauer fassen könnte. Eine Machbarkeitsstudie wurde nun gestartet mit dem Ziel, innerhalb der nächsten 10 bis 12 Jahre ein modernes, großes Stadion zu errichten.
Bayer Leverkusen steht vor einem dringenderen Problem. Aufgrund der ab 2031 geplanten Erweiterung der Autobahn A1 werden die derzeitigen Trainingsplätze des Vereins in Stadionnähe in Anspruch genommen, weshalb der neue Bayer-Trainingspark spätestens 2028 mit dem Bau beginnen muss. Das Projekt soll 120 Millionen Euro kosten, der endgültige Bauort steht jedoch noch nicht fest.
Nach etwa zehnjähriger Suche hatte Bayer Leverkusen zuvor das nahe gelegene Monheim als idealen Standort in Betracht gezogen, doch die lokalen politischen Gremien stimmten gegen das Projekt. Dieser Standort wurde jedoch nicht vollständig ausgeschlossen, und es könnte in Zukunft durch eine Bürgerinitiative möglich sein, dass die Trainingsbasis schließlich auf Leverkusener Gelände gebaut wird. In der Zwischenzeit sucht der Verein nach alternativen Standorten.
Der 1. FC Köln plant ab Frühjahr 2027 den Bau eines neuen zweistöckigen Nachwuchsleistungszentrums in der Nähe der Vereins-Trainingsanlage auf einer Fläche von rund 4.500 Quadratmetern mit einer geschätzten Investition von 50 bis 60 Millionen Euro. Als Ausgleich für die belegten Trainingsplätze wird der Verein auch für die Sanierung von drei städtischen Sportanlagen verantwortlich sein.
Gleichzeitig prüft der 1. FC Köln auch die Möglichkeit, das RheinEnergieStadion von seiner derzeitigen Kapazität von rund 50.000 Plätzen auf 75.000 Plätze zu erweitern. Ein internes Vereinskomitee wird dieses Projekt vor 2027 evaluieren, wobei die geschätzten Investitionskosten etwa 250 Millionen Euro betragen. Ein Hauptgrund für die angestrebte Erweiterung ist die enorme Ticketnachfrage, da die Heimspiele des 1. FC Köln fast immer ausverkauft sind und sich außerdem etwa 45.000 Mitglieder um Dauerkarten bemühen.
Der Hamburger SV hat offiziell die Genehmigung erhalten, das Volksparkstadion auf über 60.000 Plätze zu erweitern. Der Baubeginn ist für Oktober dieses Jahres geplant und soll während der Saison in den Spielpausen zwischen den Heimspielen stattfinden.
Union Berlin treibt eines der größten Infrastrukturprojekte der Bundesliga voran. Der Verein plant, rund 190 Millionen Euro zu investieren, um das Stadion An der Alten Försterei komplett zu renovieren und zu erweitern, wobei die Kapazität von derzeit 22.012 auf zunächst 34.500 und später auf 40.500 erhöht werden soll.
Während der Bauzeit wird Union Berlin vorübergehend im Olympiastadion Berlin spielen und plant, zur Saison 2029/30 ins Stadion An der Alten Försterei zurückzukehren. Der neue Plan umfasst den Bau neuer Oberränge, zusätzlicher Sitzplätze und moderner VIP-Bereiche sowie einen geplanten Tunnel unter dem Stadion, um die Logen, das Trainingszentrum und das Hauptgebäude direkt zu verbinden.
Schalke 04 prüft ebenfalls eine groß angelegte Erweiterung der Veltins-Arena. Ein besonderer Plan ist es, das bestehende Dach zu entfernen und eine dritte Tribünenreihe hinzuzufügen, wodurch die Stadionkapazität erheblich erhöht würde. Der Verein evaluiert derzeit noch die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Projekts und hat noch keine konkreten Kapazitäts- und Investitionszahlen bekannt gegeben.
Im Gegensatz dazu ist ein weiteres Schalke-Projekt konkreter. Der Verein baut die "Schalke-Terrasse" zwischen Stadion und Trainingsgelände als neuen Fan-Interaktionsbereich, ausgestattet mit Bierzapfanlagen und einem großen Biergarten.
Hertha BSC treibt die Pläne zum Bau eines neuen reinen Fußballstadions voran. Nach jahrelangen Diskussionen hat die Berliner Stadtregierung den Standort nahe der Jesse-Owens-Allee im Olympiapark grundsätzlich als geeignet für den Stadionbau befunden. Hertha kann daher zur nächsten Planungsphase übergehen und erste Bauanträge einreichen, was einen bedeutenden Fortschritt im langjährigen Plan des Vereins zum Bau eines eigenen Profifußballstadions darstellt.
Hannover 96 plant, rund 22 Millionen Euro in die Modernisierung der Heinz-von-Heiden-Arena zu investieren, um sich für die Ausrichtung der UEFA Frauen-Europameisterschaft 2029 zu bewerben. Die Beleuchtungsanlage des Stadions wurde bereits modernisiert, und künftig werden Photovoltaikanlagen auf dem Dach installiert sowie der Medienbereich, VIP-Bereiche, die Soundanlage, große Videoleinwände und die Rasenheizung saniert. Die Kapazität bleibt bei 49.000 Plätzen.
Nürnberg plant, eine umfassende Renovierung des Max-Morlock-Stadions bis 2031 abzuschließen. Die ikonische achteckige Struktur des Stadions und die 50.000 Plätze umfassende Kapazität bleiben erhalten, die bestehende Leichtathletikbahn wird jedoch entfernt. Das gesamte Projekt soll voraussichtlich zwischen 260 und 280 Millionen Euro kosten, wobei der Baubeginn bereits 2028 erfolgen könnte. Es ist noch nicht entschieden, ob Nürnberg während der Bauzeit weiterhin im Stadion spielen oder vorübergehend ausweichen wird.
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