Laut Diogo Dantas, Reporter der brasilianischen Zeitung Globo Esporte, plant Richarlison, falls Tottenham Hotspur das Übernahmeangebot von Vasco da Gama ablehnt, den englischen Klub als Free Agent zu verlassen.

Dem Bericht zufolge hat Richarlisons Team Tottenham seit letztem Samstag gemäß Artikel 14 der FIFA-Bestimmungen über den Status und Transfer von Spielern offiziell benachrichtigt.
Richarlisons Seite berief sich ausdrücklich auf Absatz 2 dieses Artikels, der sich mit der Vertragsbeendigung aufgrund von „missbräuchlichem Verhalten" befasst, einschließlich vorsätzlicher Belästigung, Isolierung und Druckausübung durch eine Partei.
Die Hauptgrundlage für Richarlisons Anspruch ist, dass der Spieler derzeit von Tottenhams Premier-League-Spielplänen ausgeschlossen ist. Bislang hat Tottenham einer vorzeitigen Vertragsauflösung durch gegenseitige Vereinbarung nicht zugestimmt, sodass die Angelegenheit noch bearbeitet wird.
Unterdessen hat Vasco Tottenham ein Übernahmeangebot unterbreitet, das jedoch unter Tottenhams Erwartungen liegt. Berichten zufolge bot Vasco an, 50 % von Richarlisons Rechten für 10 Millionen Euro zu erwerben. Sollte Tottenham dieses Angebot ablehnen, wird Richarlison versuchen, über die entsprechenden FIFA-Bestimmungen als Free Agent nach Brasilien zurückzukehren.
Richarlisons aktueller Vertrag mit Tottenham läuft Mitte 2027 aus und enthält eine einseitige Verlängerungsklausel um ein weiteres Jahr, die Tottenham innehat.
Um seinen Vertrag aus berechtigten Gründen zu kündigen und keine Schadensersatzzahlungen an Tottenham leisten zu müssen, wird Richarlisons Seite ihre Berufung hauptsächlich auf die Isolationsmaßnahmen stützen, die Cheftrainer Roberto De Zerbi und die Vereinsführung gegen den Spieler ergriffen haben.
Tottenham bestreitet jedoch Richarlisons Vorwürfe. Der Verein ist der Ansicht, dass Richarlison nicht für die Premier League registriert und von den Spielplänen ausgeschlossen wurde, weil der Spieler selbst zuvor die Möglichkeit eines Wechsels zu Everton abgelehnt hatte. Daher erkennt Tottenham die geltend gemachten Kündigungsgründe nicht an.
Artikel 15 der einschlägigen FIFA-Bestimmungen sieht vor, dass ein Spieler seinen Vertrag aus „sportlich gerechtfertigtem Grund" kündigen kann, wenn er in einer Saison an weniger als 10 % der offiziellen Spiele eines Vereins teilnimmt und weitere Bedingungen erfüllt sind. Dem Bericht zufolge wird Richarlison sich jedoch auf Artikel 14 bezüglich „missbräuchlichen Verhaltens" konzentrieren und nicht auf Artikel 15 berufen.
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