Am 6. September gab der FC Hansa Rostock bekannt, dass er eine Untersuchung bezüglich der Beteiligung einiger Fans an gewalttätigen Auseinandersetzungen in England und dem Posieren für Fotos vor einer Nazi-Flagge eingeleitet hat. Der Verein hat auch die Polizei, die nationalen Sicherheitsbehörden und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) benachrichtigt. Personen, die gegen die Vereinswerte verstoßen haben, drohen Stadionverbote oder sogar der Vereinsausschluss.

Die vollständige Erklärung lautet wie folgt:
Der FC Hansa Rostock erfuhr heute durch einen auf einer Ermittlungsplattform veröffentlichten Bericht von einem Vorfall im Zusammenhang mit dem Auswärts-Testspiel unseres Vereins gegen den FC Watford im Juli 2024.
Dem Bericht zufolge waren mehrere Personen, die der Rostocker Hooligan-Szene angehören, im Umfeld des Spiels in Auseinandersetzungen mit Fans von Olympique Lyon und den Glasgow Rangers verwickelt, während sich die Mannschaft in England aufhielt.
Sogenannte „Drittort-Kämpfe" beziehen sich auf im Voraus vereinbarte Konflikte und Schlägereien zwischen Mitgliedern verschiedener Fußball-Hooligan-Gruppen an Orten, die weit vom eigentlichen Spielort entfernt sind.
Bei diesem speziellen Vorfall posierten Mitglieder der verschiedenen an den Auseinandersetzungen beteiligten Gruppen anschließend gemeinsam für ein Foto vor einer Nazi-Hakenkreuz-Flagge.
Nachdem wir heute von diesem Vorfall erfahren haben, haben wir sofort Maßnahmen ergriffen.
Wir haben die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern, die Bundespolizei in Rostock und die Abteilung für Nationale Sicherheit des Innenministeriums in Mecklenburg-Vorpommern über die Situation informiert. Gleichzeitig haben wir auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die zuständigen Behörden, die für die Durchsetzung von Stadionverboten verantwortlich sind, kontaktiert.
Der Bericht identifizierte teilweise die beteiligten Personen und dokumentierte den gesamten Vorfall mit einem Foto.
Einige der auf dem Foto identifizierbaren Personen waren uns bereits durch vereinsbezogene Aktivitäten bekannt. Nach unseren derzeitigen Informationen erscheinen einige dieser Personen auch bei Rostocker Heimspielen auf den Tribünen.
Besonders schockiert sind wir, dass einige der auf dem gemeldeten Foto abgebildeten Personen zuvor an vom Verein organisierten Veranstaltungen teilgenommen haben, einschließlich unserer Kindertagsaktivitäten.
Wir hatten immer klare Anforderungen und entsprechende Verantwortlichkeiten für Personen, die an verschiedenen vom Verein organisierten Aktivitäten teilnehmen, insbesondere an solchen, die Kinder und Jugendliche betreffen.
Zu diesem Zeitpunkt waren uns jedoch die Hintergrundinformationen zu diesen Personen, die nun ans Licht gekommen sind, nicht bekannt.
Daher werden wir auch in dieser Hinsicht eine umfassende Untersuchung und Bewertung durchführen.
Auf dieser Grundlage werden wir nicht nur die im Bericht beschriebenen Vorfälle gründlich untersuchen und aufarbeiten, sondern auch weiter überprüfen, ob und in welcher Form die beteiligten Personen derzeit oder zuvor Verbindungen zum FC Hansa Rostock hatten.
Der Umfang der Untersuchung umfasst neben der Überprüfung ihrer Vereinsmitgliedschaft auch, ob sie derzeit oder zuvor kommerzielle, organisatorische oder andere Formen von Beziehungen zum Verein hatten.
Sollte die Untersuchung Verbindungen zwischen den betroffenen Personen und dem Verein aufdecken, die gegen unsere Grundprinzipien und Werte verstoßen, werden wir diese Beziehungen entschieden beenden.
Auf dieser Grundlage wird der FC Hansa Rostock die notwendigen Folgemaßnahmen von Vereinsseite ergreifen.
Dies beinhaltet ausdrücklich die Verhängung von Stadionverboten gegen die betroffenen Personen; wenn die beteiligten Personen Vereinsmitglieder sind, wird auch ihr Ausschluss aus dem Verein in Betracht gezogen.
Für uns ist eines klar: Rechtsextreme Ideologien, Nazi-Symbole und menschenverachtender Extremismus haben beim FC Hansa Rostock keinen Platz.
Wir werden niemals zulassen, dass Personen, die solches Verhalten an den Tag legen, den Ruf des Vereins und seiner breiten Fanbasis schädigen, noch werden wir zulassen, dass jemand ein Vereinsbild darstellt, das völlig im Widerspruch zum Selbstverständnis und den Werten des FC Hansa Rostock steht.
FC Hansa Rostock
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