
Damit bleibt die automatische Innenraumsperre aufgrund seines Platzverweises bestehen. Wagner wird somit am Sonntag das richtungsweisende Spiel gegen Bayern München um 17:30 Uhr verpassen.
Das Sportgericht schrieb in seiner Urteilsbegründung, dass es „keine Anhaltspunkte" dafür gebe, dass dem Schiedsrichter ein offensichtlicher Fehler nach Paragraph 11 Absatz 3 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung unterlaufen sei, und es daher keinen Grund gebe, die automatische Sperre ausnahmsweise aufzuheben.
Warum Wagner gesperrt bleibt
Nach der Rechtsprechung des DFB liegt ein solcher Ausnahmefall nur bei einer Verwechslung oder dann vor, wenn überhaupt kein Kontakt zwischen dem Trainer und dem Schiedsrichter bestand und der vom Platz verwiesene Trainer sich auch keinerlei weiterer unsportlicher Handlungen schuldig gemacht hat.
Die SV Elversberg hat 24 Stunden Zeit, einen weiteren Einspruch einzulegen. Das DFB-Sportgericht merkte in seiner Entscheidung an, dass Wagner laut Schiedsrichter aus größerer Entfernung auf diesen zugelaufen sei, obwohl der Vierte Offizielle ihn zuvor aufgefordert hatte, dies zu unterlassen.
Fernsehbilder bestätigten diese Aussage ebenfalls. Daher stehen die Tatsachenfeststellungen des Schiedsrichters fest, und das Sportgericht muss sich grundsätzlich daran halten.
Matthäus kritisiert die Entscheidung
Darüber hinaus sah das Gericht keine Anhaltspunkte dafür, dass die automatisch wirkende Sperre unverhältnismäßig hart oder willkürlich sei. Knut Kircher, Vorsitzender des Deutschen Schiedsrichterausschusses, räumte am Sonntag im „SPORT1 DOPPELPASS" ebenfalls ein, dass Wagners Platzverweis „insgesamt eine unglückliche Situation" gewesen sei. Selbst der Chef des FC Bayern München, des nächsten Gegners der SV Elversberg, sprach sich gegen die Strafe aus. Bayern-Vorstand Dreesen sagte: „Vielleicht sollte es keine zusätzliche Sperre für das nächste Spiel geben. Wenn das alle so sehen."
Die deutsche Fußball-Legende Lothar Matthäus empfand die Sperre als völlig inakzeptabel. „Es ist normal, dass man an die Seitenlinie geht und ein paar Worte zum Schiedsrichter sagt. Aber jetzt will man ein Exempel am jungen Trainer der SV Elversberg statuieren, was ich wirklich lächerlich finde. Das ist so eine Sache, wo ich sagen würde: ‚Der Fußball hat seinen Spaß verloren'", schrieb Matthäus, Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1990, in seiner Kolumne bei Sky Sport Germany.
Zuvor hatte Wagners Team aufgrund einer falschen Einwurfentscheidung ein Gegentor kassiert. Er stand dann schweigend protestierend auf dem Spielfeld. Dafür erhielt er seine erste Gelbe Karte. Obwohl Wagner den Schiedsrichter weder aggressiv ansprach noch ihn verbal beschimpfte, wurde er letztendlich des Platzes verwiesen, was ebenfalls Kontroversen auslöste.
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