AC Mailand und Inter Mailand trennten sich in einem Freundschaftsspiel der Saisonvorbereitung 1:1. Cheftrainer Amorim wurde nach dem Spiel von Sky Sport Italia interviewt.

Nach diesem ersten Derby unter Ihrer Führung endete das Spiel unentschieden. Ich glaube jedoch nicht, dass das Ergebnis im Moment das Wichtigste ist. Vielmehr ist der Spielverlauf selbst entscheidend, richtig?
Das Wichtigste ist, dass wir dieses wichtige Spiel heute nicht verloren haben. Für uns zählt im Moment aber vor allem, unser Team kontinuierlich zu verbessern. Unsere Leistung zu Beginn des Spiels war ausgezeichnet – das Pressing und die Zweikampfführung der gesamten Mannschaft funktionierten sehr gut.
Inter Mailand ist allerdings auch ein Top-Team mit einer reichen Tradition und großer Spielerfahrung. Sie haben unsere taktischen Absichten und Gegenmaßnahmen fast sofort verstanden. Daher hatten wir in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten Halbzeit einige Schwierigkeiten. Unsere Leistung in den Ballbesitzphasen verbesserte sich danach jedoch erheblich, und je besser wir im Ballbesitz agierten, desto besser wurden auch unsere Defensive und Bewegung ohne Ball.
Insgesamt denke ich, dass wir in den letzten 20 Minuten recht gut gespielt haben. Dies war ein sehr guter Praxistest für uns. Gleichzeitig müssen wir mehr Spiele spielen und alle unsere Spieler in praktischen Situationen beobachten und bewerten. Das heutige Spiel war in der Tat ein sehr wertvoller Test.
Erkennen Sie in der aktuellen Mannschaft bereits Ihre taktischen Ideen und Ihre Trainerphilosophie wieder?
Das kann jeder an unserer Leistung auf dem Platz erkennen – zum Beispiel, wie schnell wir den Ball zurückerobern wollen. Gleichzeitig versuchen wir, Angriffe mehr von hinten zu organisieren und dabei aus früheren Fehlern zu lernen. Im Spiel gegen Celtic haben wir zu oft den Ball in der Nähe unseres Strafraums verloren, dieses Risiko gehen wir jetzt nicht mehr ein.
Physisch war dies ein sehr intensives Spiel. Im weiteren Training müssen wir viel an physischer Konfrontation und Fitness arbeiten, aber insgesamt denke ich, dass wir heute recht gut gespielt haben.
Leao ist einer der wichtigsten Spieler im Team. Was halten Sie persönlich von ihm – nicht nur seine Leistung heute, sondern auch seine Trainingsarbeit und Einstellung in Ihrer ersten Woche?
Seine Einstellung stimmt vollkommen mit dem überein, was ich auf der Pressekonferenz gesagt habe. Ein Spieler, der für einen großartigen Verein wie den AC Mailand spielen darf, sollte den Spaß am Fußball genießen – und das tut Leao. Aber er ist gleichzeitig nur ein Mitglied unseres Teams, und unser Fokus muss auf der gesamten taktischen Leistung liegen.
Er hat dem Team heute große Unterstützung geleistet. Das Gleiche gilt für Nkunku, Ramos und Camarda. Camarda lief unermüdlich eine große Strecke. Was ich sehe, ist ein echtes Team – Spieler, die bereit sind, für das Kollektiv zu kämpfen und Schulter an Schulter zu stehen.
Welche Aspekte muss die Mannschaft im kommenden Spiel gegen Chelsea dringend verbessern?
Alle Aspekte, besonders die Leistung im Ballbesitz. Wenn wir mehr Ballbesitz haben und die Spieldynamik besser kontrollieren, reduziert sich der Druck in der Defensive entsprechend. Das ist keine Sache von ein oder zwei Tagen – wir müssen es auf dem Trainingsplatz verfeinern. Aber wenn ich einen Bereich nennen soll, der dringend verbessert werden muss: Wir müssen lernen, den Ballbesitz über längere Phasen fest zu kontrollieren, um so das Spiel stabiler zu gestalten.
Saelemaekers zeigte heute eine sehr gute Leistung. Überraschte Sie das? Wie schnell er sich integriert und einen solch hohen Standard erreicht hat?
Sie sind alle ausgezeichnete Profis. Ich möchte betonen, dass sie unter Trainer Allegri in der letzten Saison hervorragend trainiert haben – das erkenne ich deutlich, wenn ich das Team führe. Aber heute war es nur eine 30-minütige Leistung. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war unsere Positionierung kompakter, weil wir die Pressinglinie tiefer und weiter nach vorne schieben wollten und die Spielweise ändern.
Was halten Sie von der Atmosphäre und der Zeremonie zu Ehren von Franco Baresi vor dem Spiel?
Ich hätte mir keine andere Ehrenzeremonie erwartet. Wir haben alle Bilder von der Beerdigung gesehen. Franco war ein unvergleichlicher, außergewöhnlicher Spieler – aber mehr noch: Er war ein unglaublich besonderer, edler Mensch. Wir werden ihn sehr vermissen. Der beste Weg, einen großen Mann wie ihn zu ehren, ist, unsere Arbeit gut zu machen, für unseren Verein zu kämpfen, ihn voranzubringen und an die wichtigste Position zu führen.
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