Alphonso Davies hat eine schwierige Formkrise durchgemacht und ist bei Bayern München nicht mehr unumstrittener Stammspieler auf der Linksverteidigerposition. Doch die Form des 25-jährigen kanadischen Nationalspielers hat sich zu Beginn der neuen Saison erholt, wobei der harte Wettbewerb innerhalb des Teams seinen Kampfgeist neu entfacht und ihn zu seiner früheren Bestform zurückgebracht hat.

Im Bundesliga-Spiel gegen Aufsteiger SV Elversberg tat sich Bayern München lange schwer, bis der Gegner in der 61. Minute ausglich. Kompany nahm entschlossen vier Auswechslungen vor, und Davies kam als Joker ins Spiel, brachte neuen Schwung auf die linke Seite und hätte kurz vor Schluss fast noch getroffen. Vor diesem Spiel hatte er bereits eine Vorlage gegen Stuttgart gegeben und ein brillantes Tor gegen Bodø/Glimt erzielt, womit er früh in der neuen Saison bereits an drei Toren direkt beteiligt war und zu einem heimlichen Höhepunkt der Anfangsphase von Bayern wurde.
Diesen Sommer verpflichtete Bayern München Konrad Laimer für 50 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt, und Davies sah sich in seiner Karriere mit einer neuen Situation konfrontiert. Nach seinem Durchbruch im Jahr 2020 ist dies das erste Mal, dass er keinen garantierten Stammplatz als Linksverteidiger mehr hat, und es gab zu Beginn der Saison sogar Gerüchte über einen möglichen Abgang.
Davies wurde in den letzten Jahren von Verletzungen geplagt. Anfang 2023 unterzeichnete er eine hochdotierte Vertragsverlängerung mit einem jährlichen Grundgehalt von 15 Millionen Euro, mit Boni, die sich weiter erhöhen könnten, und einer Unterschriftsprämie von 22 Millionen Euro. Kurz nach der Verlängerung erlitt er jedoch einen Kreuzbandriss, fiel mehr als ein halbes Jahr aus und wurde anschließend wiederholt von Muskelverletzungen geplagt, wobei seine sportliche Leistung nicht mehr seinem Gehalt entsprach. Ein Muskelfaserriss am Ende der letzten Saison setzte ihn erneut außer Gefecht, und er spielte bei der Weltmeisterschaft nur 16 Minuten. Nach seiner Rückkehr ins Team hatte er weiterhin kleinere Verletzungen und spielte in der gesamten Saisonvorbereitung insgesamt nur 66 Minuten. Neuzugang Laimer hingegen gewann schnell das Vertrauen des Trainers mit seiner stabilen Leistung und kann auch auf mehreren Positionen spielen. Im deutschen Supercup gegen Dortmund spielte Laimer als Zehner und erzielte das entscheidende Führungstor, und Stanišić kann auch als unterstützender Linksverteidiger spielen.
Nach sechs Pflichtspielen war Davies' Gesamtleistung unter den drei Kandidaten auf der linken Seite jedoch am beeindruckendsten, und seine Spielzeit überträgt sogar die kombinierte Spielzeit von Laimer und Stanišić. Im Champions-League-Spiel gegen Bodø/Glimt stellte Kompany seine optimale Startelf auf, mit Davies als Linksverteidiger und Laimer die gesamte Spielzeit auf der Bank. Bei einem vollen Spielplan werden mehrere Spieler Einsatzzeiten bekommen, aber der Stamm-Linksverteidiger für wichtige, schwierige Spiele bleibt offen. Sicher ist, dass der Wettbewerb durch den Neuzugang Davies nicht unterdrückt, sondern vielmehr als Anreiz gedient hat.
Neben der Linksverteidigerposition könnte Davies in dieser Saison auch weiter nach vorne rücken. Da Arijon Ibrahimović an Augsburg ausgeliehen ist, fehlen dem Team Rotationsmöglichkeiten auf dem linken Flügel, und Davies hat für die kanadische Nationalmannschaft mehrfach als Linksaußen gespielt, sodass er in Zukunft auf diese Position wechseln könnte.
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