Sie selbst haben die Messlatte extrem hoch gelegt. Nicht aus Arroganz, nicht aus Weltfremdheit – Sportdirektor Claus Costa, Scouting-Leiter Sebastian Dillschneider und die neu hinzugekommene Vorständin Katharina Krüger haben tatsächlich hervorragende Arbeit geleistet. Ist diese Aufstellung ein Kunstwerk? Sicherlich nicht. Aber die Transferstrategie des Hamburger SV hat dennoch viel Lob erhalten, und die Prognosen der Brancheninsider waren einst sehr optimistisch. Seit letztem Sonntag sind diese Erwartungen deutlich konservativer geworden.

„Dieses Spiel war wirklich schwierig", sagte Daniel Heuer Fernandes am Sonntag. Er ist einer der wenigen Spieler im Kader des Hamburger SV, der Bundesliga-Niveau hat – eine 0:5-Niederlage gegen Mainz 05. Ein solches Heimdebakel verwandelte den Saisonauftakt in ein historisches Ereignis, womit sich der traditionsreiche Uwe-Seeler-Klub am wenigsten konfrontiert sehen wollte. Null Punkte nach zwei Spieltagen, mit einer Tordifferenz von 0:7. Der Hamburger SV hat noch nie so schlecht in eine Bundesliga-Saison gestartet. Nach der erwarteten Niederlage gegen Dortmund zum Auftakt veränderte diese katastrophale Heimniederlage die öffentliche Wahrnehmung der Lage im Volksparkstadion völlig.
Kann Fábio Vieira die Rolle des „Retters" erfüllen?
Dies wirft mehrere Fragen auf. Zum Beispiel: Ist das tatsächliche Niveau dieser Neuverpflichtungen vielleicht nicht so hoch, wie erhofft? Es wäre sehr unfair, nach nur einem Spiel eine solche Schlussfolgerung zu ziehen. Gegen Mainz waren Gesamtleistung und individuelle Qualität des Hamburger SV gleichermaßen mangelhaft. Abgesehen von Heuer Fernandes gelang es keinem Spieler im Kader des Hamburger SV – weder Veteranen noch Neuverpflichtungen – Bundesliga-Qualität zu zeigen. Es gibt gute Gründe zu der Annahme, dass dies nicht die Norm sein wird.
Eine weitere Frage lautet: Kann Fábio Vieira die „Retter"-Rolle erfüllen, die ihm ein Teil der Öffentlichkeit nach seiner Rückkehr aus London zugewiesen hat? Der portugiesische Spieler hatte bei Arsenal kaum Einsatzzeiten, bewies aber beim Hamburger SV in der letzten Saison unbestreitbar, dass er für die Mannschaft den Unterschied ausmachen kann. Nach einer schwierigen Eingewöhnungsphase entwickelte sich der technisch versierte Spieler zum Topscorer des Teams und wurde nach Vušković zum beliebtesten Spieler bei den Fans. Die Erwartungen an ihn sind daher sehr hoch. Vieira muss beweisen, dass sein Charakter stark genug ist, um eine solche Rolle zu tragen.
Verträge für Polzin und andere sind noch nicht finalisiert und könnten zum Problem werden
Da die Verträge von Merlin Polzin und seinen Trainerkollegen Fabian Hürzeler und Richard Krohn noch nicht den geplanten neuen Bedingungen entsprechend angepasst wurden – alle ihre Verträge laufen am Ende der Saison aus – könnte ein weiteres Problem entstehen, sollte der Hamburger SV weiterhin schlecht starten: Werden diese drei Verträge überhaupt verlängert? Gegenwärtig scheint dies wahrscheinlich. In den letzten Wochen haben alle Beteiligten öffentlich glaubwürdige Absichten zur Verlängerung geäußert.
Es ist jedoch klar, dass beide Seiten noch über Details verhandeln, was darauf hindeutet, dass es ungelöste Fragen gibt. Sollte der Hamburger SV in Leipzig erneut verlieren, könnten neue Verträge möglicherweise als deutliches Vertrauenssignal interpretiert werden und zeigen, dass der Verein fest an die Fähigkeiten dieser drei Trainer glaubt. Doch wenn sie erneut verlieren – und danach folgt ein Heimspiel gegen Köln – könnte dieser riskante Schritt schwer auf die Verantwortlichen zurückfallen. Diese ungeklärte Situation droht bereits zu einem ernsthaften Problem zu werden.
Die letzte Frage lautet: Kann der Hamburger SV in Leipzig gewinnen? Die Antwort ist: Ja, selbstverständlich. Die schwache Leistung von RB Leipzig in Bremen war genauso überraschend wie der Einbruch des Hamburger SV. Schließlich galt Werder Bremen zuletzt als eines der wahrscheinlichsten Abstiegskandidaten dieser Saison. Nach dem Wochenende haben sich die pessimistischen Prognosen für die Grün-Weißen etwas relativiert. Daher sollten alle Beobachter davor warnen, bereits nach zwei Spieltagen über eine schwere Saison für den Hamburger SV zu urteilen. Denn wenn sie in Leipzig einen Sieg erringen können, werden viele der aufgeworfenen Fragen vorübergehend an Dringlichkeit verlieren.
Mehr von Sven Tornow
Übersetzt von KI.
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