Am 3. Juni um 17:14 Uhr Ortszeit bestätigte der TSV 1860 München, dass seine Last-Minute-Rettungsaktion komplett gescheitert war. Die erforderlichen 2,7 Millionen Euro an Finanzierung kamen nicht zustande, und die Lizenz zur Teilnahme an der 3. Liga wurde offiziell entzogen.

Laut Bild hat Investor Hasan Ismaik die vereinbarten Mittel nicht bereitgestellt, sodass das traditionsreiche deutsche Team in die Regionalliga (vierte Liga) absteigen wird – und damit erneut die Grenze zwischen Profi- und Semi-Profi-Fußball überschreitet, wie bereits 2017. Der Verein befindet sich in einer ernsten Krise.
Tatsächlich hatte Bild bereits eine Woche zuvor enthüllt, dass die finanzielle Situation des TSV 1860 München extrem angespannt war. Daraufhin versuchte der Verein, den Abstieg vor Ablauf der Frist zu vermeiden. Anwälte beider Seiten führten zwischen Dienstag und Mittwoch intensive Fernkonsultationen bis 3 Uhr morgens und wechselten kurz vor Mittwoch 14:30 Uhr etwa 150 E-Mails. Insolvenzrechtsexperten waren auf beiden Seiten involviert – ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr nur um Sport, sondern um rechtliches und finanzielles Überleben ging.
Gernot Mang, Vorsitzender der Muttergesellschaft des TSV 1860 München, äußerte tiefe Enttäuschung über das Ergebnis. Er wies darauf hin, dass die Clubführung und Vertreter der Muttergesellschaft erwartet hatten, dass die zuvor vereinbarte Finanzierungszusage erfüllt würde – doch sie kam nicht zustande. Er betonte, dass der Verein stets kompromissbereit und lösungsorientiert gewesen sei, aber die Grenzen seiner Satzungen und branchenregulatorischen Regeln nicht überschreiten konnte.
Manfred Paula, Leiter der Betriebsgesellschaft, äußerte ebenfalls Bedauern. Er erklärte, dass er darauf vertraut habe, dass der Anteilseigner HAM International seine finanzielle Zusage erfüllen würde, und gehofft hatte, eine Lösung zu finden, die den Interessen des Profifußballs dient. Das tatsächliche Ergebnis sei jedoch enttäuschend. Da ein Aufstieg nicht gesichert werden konnte, wird der Verein nun alle Anstrengungen auf den Wiederaufbau des Kaders für die Regionalliga konzentrieren.
Doch noch schwerwiegendere Probleme zeichnen sich ab. Der TSV 1860 München hat nicht nur die Qualifikation für die 3. Liga verloren – es ist nun fraglich, ob Ismaik die etwa eine Million Euro für grundlegende Betriebsmittel bereitstellen wird, die für die Teilnahme an der Regionalliga erforderlich sind. Sollten diese Mittel erneut fehlen, droht dem Verein die Insolvenz.
Ein ehemaliges Kraftpaket der Bundesliga erlebt nun seinen kompletten Niedergang. In den kommenden Saisons werden sie nicht mehr gegen Profiteams wie Düsseldorf, Saarbrücken oder Rostock antreten, sondern auf deutschen Landplätzen gegen semiprofessionelle Teams wie Buchbach spielen. Der einzige „Derby"-Gegner wäre Bayern München II.
Nach Angaben von Bild befindet sich der TSV 1860 München nun am gefährlichsten Punkt seiner Geschichte: sportlich in die Amateurligen absteigend, finanziell prekär und in Bezug auf die Geschäftsführung stark fragmentiert. Die einst ruhmreichen „Löwen" erleben einen kompletten systemischen Kollaps.
Die größte Hoffnung des Clubs ist derzeit, schnell einen Investor zu finden, der Ismaiks Anteile übernimmt. Im vergangenen Jahr versuchte dieser Investor, seine rund 60-prozentige Beteiligung (davon 49 Prozent mit Stimmrecht) zu verkaufen, doch mehrere Verhandlungen scheiterten. Im Juli stand ein Deal sogar kurz vor dem Abschluss bei der Notarisierung, scheiterte aber daran, dass der Käufer nicht zahlen konnte. Die letzten Angebote lagen bei etwa 20 Millionen Euro – doch nach dem Abstieg in die vierte Liga wird dieser Wert erheblich sinken.
Auch Thomas Hitzlsperger, ehemaliger deutscher Nationalspieler und Fanvertreter des TSV 1860 München, hatte Interesse bekundet. In einem Interview räumte er jedoch ein, dass die interne Struktur des Clubs komplex sei, zahlreiche Probleme aufweise und die Gesamtsituation sehr schwierig sei – weshalb sein Investitionsplan vorerst auf Eis liege.
Übersetzt von KI.
1860 München
Thomas Hitzlsperger
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